Finanzlexikon

Risiken bei Geldanlagen

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Jede Geldanlage birgt ein Risiko, eine Anlageform mehr, die andere weniger. Einige der Risiken wollen wir kurz darstellen.

Konjunktur-Risiko

Unter dieser Bezeichnung versteht man die Gefahr, Kursverluste zu erleiden, die aufgrund der Entwicklung der Konjunktur entstehen können. Die Konjunktur kann man als zyklische Wellenbewegung darstellen, die einen ökonomischen und langfristigen Pfad des Wachstums darstellen soll. Typisch für diesen Zyklus sind die Phasen, die zwischen drei und acht Jahren andauern können. Diese Phasen sind: Ende der Rezession, Aufschwung, Boom und Rezession oder Abschwung. Beim Kauf von Wertpapieren spielt deshalb das Timing eine bedeutende Rolle, wann der Anleger die Wertpapiere kauft oder verkauft.

Inflation, Länder- und Transferrisiko

Eine Inflation ist eine Geldentwertung, die auch auf die Geldanlagen auswirkt. Eine Inflationsrate zwischen vier und fünf Prozent jährlich würde in zwölf Jahren zu einer Halbierung der Kaufkraft des Geldvermögens beitragen. Aus diesem Grund ist für Anleger wichtig, auf die Realverzinsung zu achten. Dies gilt vor allen Dingen bei festverzinslichen Wertpapieren. Bei Aktien gibt es keine Realverzinsung. Diese werden an den Börsen gehandelt. Hier ist es wichtig, nach dem Ertragswert der Aktien zu suchen und nicht nach dem Substanzwert, der sich täglich verändern kann.

Länderrisiko ist dann gegeben, wenn es sich um einen ausländischen Schuldner handelt. Dieses Risiko umfasst neben der wirtschaftlichen Instabilität auch die politische. Der Anleger muss darauf gefasst sein, dass er zwar Anspruch auf Geldzahlungen hat, diese jedoch aufgrund von Transferbeschränkungen oder Devisenmangel im Ausland verbleiben. Sind die Wertpapiere in Fremdwährung, können die Ausschüttungen in einer Währung erfolgen, die aufgrund der im Ausland eingetretenen Beschränkungen der Devisen nicht mehr konvertierbar ist.

Gegen das Transferrisiko gibt es keine Möglichkeit der Absicherung. Unstabile Begebenheiten im sozialen und politischen System führen oft zu einer staatlichen Einflussnahme bezüglich der Bedienung von Schulden im Ausland und im Extremfall zur Einstellung der Zahlungen.

Währungsrisiko

Dieses kommt dann vor, wenn der Anleger Wertpapiere mit Fremdwährung kauft. Wird die Währung abgewertet und die heimische Währung aufgewertet, verlieren seine Wertpapiere an Wert. Das Währungsrisiko kommt bei Aktien in Fremdwährung, die an der deutschen Börse gehandelt werden zusätzlich zum Kursrisiko hinzu.

Steuerliche Risiken

Auf die Kapitalanlage wirken sich auch steuerliche Risiken aus. Die steuerliche Behandlung von Kursgewinnen und Erträgen von Wertpapieren kann der Gesetzgeber in der Art und der Höhe ändern. Bei Wertpapieren gibt es eine sogenannte Spekulationsfrist, in welcher Vorgänge erfasst werden, bei denen nach Stückzahl und Art der Wertpapiere feststeht, dass der Kauf innerhalb von einem Jahr stattgefunden hat. Die Kursgewinne, die während dieser Zeit entstanden sind, fallen unter die Einkommenssteuer.